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DL Transscribe

Ein Werkzeug zum Übersetzen, Korrigieren und Transskribieren

Was ist DL Transscribe?

DL Transscribe ist primär ein Tool für Fremdsprachenübersetzer. Es ermöglicht Blinden das quasi parallele Arbeiten mit Quell- und Zieldokument. Texte können portionsweise angehört werden, ohne zwischen zwei Dokumenten hin und her wechseln zu müssen.

Wie funktioniert DL Transscribe?

DL Transscribe besteht aus zwei Komponenten: Zum Einen ein Fußschalter mit 3 Pedalen, zum Anderen der Software selbst. Der zu übersetzende Text wird zunächst in DL Transscribe geladen. Das eigentliche Programm kann dann minimiert werden. Der/die Übersetzer/in ruft nun die präferierte Textverarbeitung auf und braucht diese nun bis zum Ende der Übersetzung nicht mehr zu verlassen. Mittels des Fußschalters wird nun der Lesefluss des zu übersetzenden Textes gesteuert. Zwei Pedale, rechts und links, bewegen in der gewählten Sprungweite durch den Text. Dieser wird an die API des installierten Screenreaders gesendet und vorgelesen (unterstützt werden zur Zeit Windoweyes, Cobra, NVDA und Jaws). Das mittlere Pedal stellt die Sprungweite ein. Hier haben wir uns am Daisy-Standard orientiert. So gibt es die Möglichkeit, zwischen Phrasen- und Wortsprung zu wechseln. Hört der/die Blinde nun einen Satz des Quelltextes, so kann er/sie diesen im Kopf übersetzen und sofort das Ergebnis niederschreiben. Wird ein Wort nicht korrekt verstanden, so schaltet man auf den Wortsprung um. Somit können dann einzelne Wörter des Satzes explizit angesprungen und angehört werden. Mittels eines optionalen Pedals erfolgt eine Suche in einem Wörterbuch ihrer Wahl.

Das Problem mit der herkömmlichen Methode

In der Vergangenheit waren Übersetzungstätigkeiten durch Blinde nur unter hohem Stressfaktor oder relativ unwirtschaftlich zu bewerkstelligen. Dies war der Tatsache geschuldet, dass es Blinden im Gegensatz zu Sehenden nicht möglich war, an zwei gleichzeitig geöffneten Dokumenten parallel zu arbeiten. Sehende können im Quelldokument recht einfach den Überblick behalten, während sie parallel dazu im Zieldokument schreiben. Sie folgen mit den Augen dem zu übersetzenden Text und verlieren nicht die letzte Position aus den Augen. Selbst wenn sie kurz weggesehen haben, finden sie rein auf Grund des Textabbildes die richtige Stelle schnell wieder.

Für Blinde ist die Sache schwieriger. Sie sind darauf angewiesen, was die Sprachausgabe ihnen sagt. Den zu übersetzenden Textteil spricht diese nur, wenn man in das Quelldokument wechselt und dort mit den Cursortasten zeilenweise durch den Text navigiert. Hier tritt ein anderes Problem auf: Es ist nicht immer der Fall, dass ein Satz auch immer genau in einer Zeile steht. Oftmals befinden sich mehrere Sätze oder sogar nur unvollständige Satzteile in einer Zeile. Diese werden dann unabhängig vom aktuellen Satz trotzdem vorgelesen und lenken zusätzlich ab. Der Blinde wechselt nun zurück ins Zieldokument und schreibt das nieder, was sein Gehirn aus dem Wust von unnützem Sprachausgabengebrabbel als relevant ausgefiltert hat. Dies alles kostet zum Einen viel Zeit, ist zum Anderen extrem stressfördernd und obendrein noch sehr unwirtschaftlich.

Wo liegen die Vorteile von DL Transscribe?

Der wohl größte Vorteil von DL Transscribe ist, dass der Blinde nun nicht mehr zwischen zwei geöffneten Dokumenten hin und her wechseln muss. Man arbeitet permanent in einem Dokument. Hier passieren nur noch 3 Tätigkeiten in voller Konzentration: Satz für Satz mittels des Fußschalters den zu übersetzenden Text anhören, im Kopf die Übersetzung tätigen und diese dann direkt aufschreiben. Was wegfällt ist das Umschalten zwischen den Dokumenten, die überflüssigen Aussagen der Sprachausgabe, das ständige Suchen des Satzanfanges und die Ablenkung durch Fenster, die aus welchem Grund auch immer in die Alt-Tab-Reihenfolge gerutscht sind. Hier geht es nun nicht mehr um die Steuerung der Sprachausgabe, hier geht es nur noch um reine Übersetzung. Das Einzige, was diesen fließenden Prozess noch unterbrechen könnte, ist ein gelegentlicher Tritt auf das Wörterbuchpedal, um etwas nachzuschlagen. Während all dieser Vorgänge muss der Blinde die Hände nicht mehr von der Tastatur nehmen, störende Einflüsse werden weitestgehend minimiert.

Durch den Einsatz von DL Transscribe ergaben sich bei Tests Geschwindigkeitsvorteile von Faktoren zwischen 1,5 und 2 im Vergleich zur herkömmlichen Variante.

Weitere Einsatzmöglichkeiten

DL Transscribe wurde ursprünglich für das 10-Finger-Tastschreibtraining entwickelt, da die beim Kunden eingesetzte Software nicht barrierefrei war. Trotz den großen Vorteilen, die das Programm für Übersetzer bietet, ist es multifunktional einsetzbar. Hier einige stichpunktartige Beispiele:

Podcast:

Es gibt eine Folge unseres Podcasts zu DL Transscribe. Für weitere Informationen und einen Live-Eindruck vom System, hören Sie sich die Episode doch gern an.

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