Tag It Guide
Ein Informations- und Leitsystem für Menschen mit Sehproblemen und solchen, die mehr sehen oder hören wollen.Wissen begreifen
Tag It Guide ist der Name eines Systems, welches aus unterschiedlichen Komponenten besteht. Diesen Komponenten, die wie Mitglieder einer Produktfamilie agieren, ist eines gemeinsam: sie beschäftigen sich alle damit, Wissen begreifbar und erfahrbar zu machen. Außerdem konzentrieren sich alle "Familienmitglieder" darauf, Barrieren zu entfernen. Wissen und Unterhaltung sollen für Kinder, für Senioren, für Blinde und für Sehende nach dem Prinzip "Design for All" intuitiv zugänglich gemacht werden.
So einfach...
Ein taktiler Plan der Innenstadt von Nürnberg wird durch einen Stift zum Sprechen gebracht. Zu Orten von Interesse (Points of Interests) rufen die Anwender Audio- und/oder Videoinformationen ab. Dazu wird ein Datenstift kurz an die Stelle gehalten, für die sich der Anwender gerade interessiert. Eine Taktile Karte der Innenstadt von Nürnberg wird mit einem RFID - Reader erkundet. Die Fachausdrücke für Knochen oder Teile von Knochen werden akustisch oder visuell als Video abgerufen. Mit einem RFID - Stift Reader werden Informationen eines Objekts - in unserem Beispiel ein Skelett namens Fred - als Audio abgerufen. In einer touristischen Region können große Modelle alter Fachwerkhäuser besichtigt werden. Die Modelle sind mit RFID-Chips ausgestattet. Scannt der Anwender einen Chip, erhält er Informationen zu einem bestimmten Punkt oder Hintergrundinformationen zu einem Fachwerkhaus. So wird beispielsweise ein ca. ein Meter langes und breites Modell eines Fachwerkhauses zum Sprechen gebracht. Auf die gleiche Art und Weise kann ein Hubschrauber mit dessen Funktionsweise bilingual erläutert werden. Man nimmt sich ein Spielzeug Hubschrauber, der mit RFID-Chips versehen wird und schon können zum Beispiel technische Informationen in 3 Sprachen abgerufen werden: Deutsch, Englisch, Französisch. Zu optisch und taktil gekennzeichneten Orten von Interesse können Schüler an den unterschiedlichsten Modellen Informationen in verschiedenen Sprachen abrufen. Das Umschalten auf eine andere Sprache? Leichtgemacht! Das Busnetz der Stadt Marburg wird für Blinde begreifbar. Die Namen der Haltestellen und die dort verkehrenden Buslinien werden angesagt. Auch die Abfahrtszeiten der Busse können akustisch wiedergegeben werden. Auf einem schematischen Plan einer Messe oder eines öffentlichen Gebäudes wird der Anwender durch Hinweise wie "links", "rechts" zu seinem Ziel geführt. Bei einer In-Door Navigation, in der sich der Anwender in einem Gebäude bewegt, wird dieser zu seinem Ziel geleitet. Ein Blinder verwendet ein sog. PDA mit eingebauter Blindenschriftzeile um das, was andere sehen, mit den Fingern zu lesen. Im Biologieunterricht wird ein taktiles Modell eines Ohrs erkundet, das etwa die Größe eines Schuhkartons besitzt. Durch Scannen, der am Ohr angebrachten Chips, rufen die Schüler Audio- oder Videoinformationen ab. Auch die Ausgabe in Blindenschrift ist möglich. Durch einfaches Scannen eines Chips entscheidet der Anwender, welche Information er hören oder sehen möchte.
Wie funktioniert es?
Tag It und Tag It Guide basieren auf der RFID-Technik. Das bedeutet, die Exponate wie zum Beispiel Landkarten werden mit sog. Transpondern bzw. Tags (sog. Empfänger) ausgestattet. Je nach Einsatzgebiet werden unterschiedliche Tags benutzt. RFID-Tags können dabei die Größe einer Scheckkarte, die eines Knopfes oder eines winzigen Punktes haben. Sie können sogar selbstklebend und nur so groß wie eine Briefmarke sein. Die RFID-Reader (sog. Leser) gibt es auch in unterschiedlicher Ausführung: groß oder klein, in Stiftform, mit oder ohne Kabel. Die Leseabstände reichen dabei von 1 mm, über wenige Zentimeter bis hin zu 100 oder mehr Metern. Tag it Guide kann auch Barcodes oder 2D-Codes verwenden. Für den Abruf von Informationen in mobilen Situationen im Freien wird GPS verwendet.
Es funktioniert ganz einfach
Sie halten den RFID-Reader an den Tag und Tag It Guide fängt an zu sprechen oder spielt eine kurze Videosequenz ab. Wenn Sie den Tag erneut scannen, wird eine weitere Informationsebene abgerufen. Im Fall des Lernskeletts "Fred" wird beim ersten Scannen die Bezeichnung eines Knochens angesagt. Beim zweiten Scannen wird der Knochen ausführlich beschrieben. Im Fall des Busliniennetzes, wird beim ersten Scannen die Bushaltestelle angesagt. Beim zweiten Mal liest Tag it Guide die Namen der Buslinien vor. Auf der dritten Ebene könnte man die Abfahrtspläne zugänglich machen. Wenn ein Exponat in einem Museum multimedial erfahrbar und barrierefrei zugänglich gemacht werden soll, können Sie kabelgebundene Leser verwenden. Diese würden dann beispielsweise oberhalb des Exponates angebracht sein. Alternativ bekommen die Besucher am Eingang eines Gebäudes ein mobiles Gerät, mit dem sie sich durch alle Räume und Gebäude bewegen und alle Exponate erkunden können.
Tag It Guide kann extrem einfach umgesetzt und auch sehr vielseitig eingesetzt werden. Für unterschiedliche Anwendungen gibt es unterschiedliche Lösungen.
Wie leicht und wer kann neuen Content eingeben?
Sie zum Beispiel. Sie scannen einen neuen Chip, und Tag It Guide bietet Ihnen einen gewöhnlichen Dateidialog an, über den Sie eine mp3 oder wav-Datei auswählen. Alternativ tippen sie Text ein, oder kopieren ihn über die Zwischenablage. Grafiken oder Videos können Sie ebenfalls einbinden.
Welche Geräte kommen für Tag It Guide in Frage?
Tag It Guide läuft auf PCs, Notebooks, auf PDAs, auf einigen Mobiltelefonen und auf einigen Spezialgeräten mit integrierter Braillezeile für Blinde. Die Leser, die die RFID-Chips lesen, sind entweder eingebaut oder per Kabel oder drahtlos mit den Geräten verbunden. Wir beraten Sie, damit Sie die für Sie richtige Lösung bekommen.
Sprecher vs. Sprechroboter
Erläuterungen zu Objekten, die von guten Sprechern in einem Studio aufgenommen werden, sind für Museen und Ausstellungen besser geeignet als Texte, die von einem Sprechroboter, also einer sog. TTS (Text to Speech Engine) erzeugt wurden. Die natürliche Sprache ist sympathischer und es macht mehr Spaß zuzuhören. Selbstverständlich ist dies aber auch das mit Abstand teuerste Verfahren. Ändern sich zum Beispiel Inhalte, könnten Sie Schwierigkeiten haben, denselben Sprecher zu bekommen, um weitere Aufnahmen zu machen. Auch Mikrofoneinstellungen usw. sind nur schwer exakt reproduzierbar, womit es schwierig bis unmöglich ist, gleich klingende Aufnahmen zu machen. Und was macht man, wenn sich an den Inhalten später etwas ändert? Im Fall eines U-Bahn-Plans kann es sein, dass sich die Linienführungen ändern oder es kommen neue Stationen dazu. Die Abfahrtszeiten von Bahnen und Bussen ändern sich und es macht keinen Sinn, derartige Daten von einem menschlichen Sprecher auflesen zu lassen.
Dynamische Inhalte
Für sich ändernde Inhalte (Content) sind synthetische Sprachausgaben (TTS = Text to Speech) ideal. Auf Knopfdruck liest Ihnen ein Sprechroboter so viel vor, wie Sie wollen. Auch über Nacht und ohne dass er hungrig und durstig wird. Ändern oder ergänzen Sie den Inhalt, wird die Sprache maschinell neu erzeugt. Unser Produkt Max The DaisyMaker beinhaltet einen Konverter, der Inhalt für Tag it Guide produzieren kann. Damit sparen Sie sich stunden- oder tagelanges Editieren. Wollen Sie Texte für Ihren eigenen Bedarf synthetisieren, stehen Ihnen relativ gute und bezahlbare TTS-Engines zur Verfügung. Wenn Sie aber Content erzeugen wollen, der öffentlich angeboten werden soll, benötigen Sie eine TTS mit einer sog. Distributionslizenz. Es gibt synthetische Stimmen, für die Sie pro Jahr ca. 50.000 Euro bezahlen müssen!! Es gibt auch sehr billige und sogar kostenlose TTS-Stimmen. Die Qualität ist teilweise aber nicht brauchbar. Genauere Informationen können Sie bei uns bekommen.
Teure Ressourcen gemeinsam nutzen
Um Sprachsynthese für Distributionszwecke, also für die Öffentlichkeit bezahlbar zu machen, haben wir einen Server aufgebaut und teure, qualitativ hochwertige TTS-Stimmen gekauft. Über einen sog. Client können unsere Kunden Texte über diesen Server synthetisieren und die entstandenen Audiodaten verteilen, verkaufen, verschenken usw.
Die Idee ist ganz einfach: eine teure Ressource wird gemeinschaftlich genutzt und dadurch werden die Kosten drastisch reduziert. Unser Service ist der Erste dieser Art weltweit. Wir geben uns Mühe, die Technologien für unsere Kunden so günstig wie nur möglich zu machen.
Eine synthetische Stimme ist nur so gut wie das Ausnahmewörterbuch...
Nur durch Definition von sog. Ausnahmeregeln spricht ein Sprachroboter richtig und gut verständlich. Ein Ausnahmewörterbuch aufzubauen, kann Jahre dauern. Aus diesem Grund haben wir eine neue Technologie entwickelt: Shared Exception Dictionary. Unsere Kunden können Ausspracheregeln, die andere bereits definiert haben, für sich verwenden. Trotzdem können Sie eigene Regeln entwickeln, die die Regeln, die aus dem Pool kommen, überlagern. Auch hier geht es wieder darum, eine teure Ressource, nämlich in diesem Fall die Zeit, gemeinschaftlich zu nutzen. Auch mit dieser Technologie sind wir weltweit die ersten.
Gibt es fertigen Content?
Jein. Wir bauen eine Datenbank mit Inhalten auf. Die Inhalte sollen ausgetauscht werden können. Dieser letzte Satz klingt ein wenig wie Zukunftsmusik. Die Zukunft ist manchmal aber schneller, als es einem lieb ist.
Gibt es ein spezielles Authoringmodul für Tag It Guide?
Ja, Sie können das Authoring zentral machen und die Inhalte dann automatisiert auf PDAs verteilen. Fordern Sie bitte entsprechende technische Unterlagen bei uns an.
Es macht Spaß...
Ressourcen zu nutzen, die andere aufgebaut haben, und nicht alles selbst machen zu müssen.
Wer macht taktile Landkarten und Modelle?
In Deutschland produzieren zum Beispiel die DZB (Deutsche Zentralbibliothek für Blinde), die Deutsche Blindenstudienanstalt (Blista) in Marburg, der VZFB Hannover, Touch in Hamburg und die Firma Grenzenlos gGmbH taktile Landkarten. Sie können taktile Lernmedien fertig kaufen oder selbst machen, bzw. in Auftrag geben. Es gibt darüber hinaus viele professionelle Modellbaufirmen wie zum Beispiel Andreas Pockrandt, Architektur- und Modelldesign: info@haus-modelle.de. Sie können fertige Standardmodelle wie zum Beispiel Skelette kaufen oder sich spezielle Modelle anfertigen lassen. Wenden Sie sich in Ihrem Land zum Beispiel an Blindenvereine. Wir können Ihnen ebenfalls Kontakte vermitteln.
Was macht die Firma Dräger und Lienert in Sachen Tag It Guide?
Alles oder nichts. Wir wickeln für Sie komplette Projekte ab, für Museen, Messen und großflächige Ausstellungsgelände. Wir planen mit Architekten und Museumspädagogen zusammen. Wir entwickeln Modelle und taktile Karten für Sie, und dies nicht selbst, sondern mit unseren Kooperationspartnern zusammen. Alternativ machen wir so gut wie gar nichts, d.h. wir vermitteln Ihnen entsprechende Kontakte und Sie realisieren alles in Eigenregie.
Anwendungsbeispiele:
- In einer Blindenschule soll der Biologie- oder Geographieunterricht durch taktile Modelle und Landkarten verbessert werden.
- In einem Gymnasium, an dem auch blinde Schüler integrativ beschult werden, sollen sehende und blinde Schüler gemeinsam lernen.
- In einem Museum erkunden die Besucher die Exponate, indem Sie Audio- und Videoinformationen nicht nur zu den Exponaten, sondern auch zu Teilen derselben gezielt abrufen. Kinder, Erwachsene, Senioren, Blinde, Sehende, können die Exponate in einer ihnen gemäßen Form erkunden. Intuitive Sprachumschaltung ist möglich.
- Von einer touristischen Region gibt es ein tischgroßes Modell mit kleinen 3D-Objekten. Die Urlauber erkunden das Modell am Abend. Tagsüber machen sie ihre Unternehmungen. Der Inhalt des 3D-Modells wurde über "Max The DaisyMaker" ins sog. Daisy- oder ins MP3-Format konvertiert. Es ist damit möglich, auch während des Spazierengehens Informationen über historische Begebenheiten oder über architektonische Besonderheiten zu hören.
- In einem großen Naturpark wandern die Besucher auf Wanderwegen umher. An manchen Stellen erhalten sie Audio- oder Videoinformationen, die GPS-Daten zugeordnet wurden. Im Naturpark stehen auch Exponate, die mit RFID-Chips ausgestattet sind. Hierzu können die Besucher Informationen gezielt abrufen.
- In einem Seniorenheim befindet sich ein Plan der Umgebung, in dem Restaurants und Cafes eingezeichnet sind. die Benutzer scannen ein Restaurant und bekommen das Tagesmenü angezeigt oder mit synthetischer Stimme vorgelesen. Mit Hilfe der Daisy-Technologie können die Anwender gezielt zwischen Vorspeisen, Hauptgerichten usw. navigieren.
Wer hat Tag It Guide entwickelt...
Die technische Entwicklung hat unsere Firma realisiert. Wir kooperieren eng mit einigen Institutionen wie zum Beispiel Bartimeus aus den Niederlanden (Projektleiter Dick Lunenborg), Blista Marburg usw. Kooperationen sind für uns wesentlich und wir sind offen für neue Kontakte zu Universitäten und anderen Institutionen.
Tag It Guide entwickelt sich sehr schnell weiter...
Es macht uns großen Spaß, neue Ideen, schnell in Tag It Guide zu integrieren. Wenn Sie Ideen haben, melden Sie sich einfach bei uns.