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TouchControl

"hören, fühlen und steuern"

Um einen Computer zu steuern, müssen Blinde eine Vielzahl von Tastenkombinationen kennen. Während ein sehender Computeranwender einfach seinen Blick über den Monitor schweifen läßt und den Mauszeiger ganz einfach an die gewünschte Stelle führt, benutzen Blinde Tastenkombinationen, die teilweise anwendungsspezifisch sind. In einer Tabelle etwa gibt es Befehle für "Spaltenkopf ansagen", "Zeilenkopf ansagen", "Inhalt der aktuellen zelle lesen", "Inhalt der Zelle links von der aktuellen Zelle lesen" usw. Um im Internet zu surfen, braucht man etwa Befehle wie "Zu einer Tabelle springen", "Liste der Hyperlinks auflisten", "Zur nächsten Überschrift springen" usw. Da kommen schnell Hundert und auch mehrere Hundert Befehle zusammen, die man sich nur schwer merken kann, weil eine Kombination wie "Steuerung+Umschalt+T" keine sprachliche Verbindung hat. Die Bedienung über Tastenkombinationen ist eindimensional, und es fehlt der semantische Bezug.

Lernkärtchen werden mit einem RFID Reader (Stiftform) gescannt

TouchControl erleichtert das Erlernen der Computersteuerung für Blinde und ganz besonders für Menschen, die einmal gut gesehen haben und aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls blind geworden sind.

TouchControl verbindet die Computersteuerung mit fühlbaren und hörbaren Sinneseindrücken und bringt die räumliche Komponente mit ins Spiel.

Lernkärtchen bzw. Lern- oder Steuerblöcke die mit einem RFID-Chip ausgestattet sind, werden in Schwarzschrift und in Braille beschriftet. Der Anwender kann einen Befehl wie "Titel der laufenden Anwendung ansagen" in Blindenschrift fühlen und den Namen des Befehls optional hören, indem er einen kuliartigen RFID-Leser an das Lernkärtchen hält. Der entsprechende Befehl kann auf diese Weise auch ausgeführt werden. TouchControl steuert dabei über eine sog. API (application program interface) diejenige Anwendung, die den Computer für Blinde über Sprache und Ausgabe in Braille zugänglich macht.

Indem die "Steuerblöcke" in einer Rasterstruktur angeordnet werden, kann der blinde Anwender zusätzlich einen räumlichen Bezug zu den Befehlen bekommen. Ein Softwarelehrer kann dem Lernenden nur einige Lernblöcke aushändigen, womit dieser ähnlich einfach lernen kann, wie das mit Vokabelkärtchen der Fall ist. Der umfangreiche Lernstoff kann damit sequenziert und portioniert werden.

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